Samstag, 12. Januar 2019

Ich liebe Horror!


In einem Gefühl der Wut auf ein Land, was gutes Leben verspricht.

Am Leben sterben
Ich liebe Horror!

Wie kann ich leben?
In einem Land, das mit besten Lebensbedingungen lockt?
In einem Land, was Wohlstand verheißt.
In einem Land, das für Sicherheit, aber auch Freiheit, Vielfalt und Pluralismus steht.
Für viele Einreisende ein Traum?
Ich bin das Land gewöhnt. Verwöhnt? Zu viel! Ich bin es satt!
Ich fühle mich fremd im eigenen Land. Was bedeutet Deutschland außer Wirtschaftswachstum? Pünktlichkeit? Zuverlässigkeit? Ernst und Strenge? Pflichtbewusstsein? Gründlichkeit? Starre Strukturen und wenig Wandel?
Gefühle. Wird einem das Fühlen abtrainiert? Sowieso gibt es Statistiken, Experten und Ratgeber, die alles besser für einen wissen. Auch Lehrer und Professoren.
Man muss sich also weder auf sein Gefühl verlassen noch aufs eigene Denken. Um die meiste Arbeit zu tun, braucht man keine Gefühle, höchstens das Abrufen erlernter Tricks.
Was hier passiert, kann man das aber Leben nennen?
Die Existenz und der Lebensweg jedes Menschen scheint doch schon vorgegeben.
Wird der Mensch nicht automatisiert? Immer das Gleiche für jeden.
Kindergarten. Der echte Mensch wird in seinem Selbst gefördert. Die Grundschule könnte man als sanften Übergang, als heimliches Locken in die „innere Todeszelle“ betrachten.
Die weiterführende Schule setzt langsam die Instrumente der Massenhinrichtung an: Gehorsam, Strafe, Belohnung, Unterdrückung(Drücken in Muster und Bewertungsraster).
Formung fügsamer Maschinenmenschen, die später im Gefängnis der Arbeit verheizt werden. Dem Menschen wird bis zur Arbeit sein Selbst und seine innere Freiheit geraubt.
Wohlstand? Im Bildungsweg spielt das Wohl des Einzelnen doch kaum eine Rolle.
Dem leeren Körper wird der Zwang zur Arbeit als eine echte Liebe eingepflanzt.
Mag er selbst was an seiner Arbeit finden, so scheint der Mensch hinter der Arbeit im Gegenzug egal zu sein. Hauptsache er erfüllt die Voraussetzungen an die Arbeit.
Das Wohl des Menschen ist gekoppelt an ein Bildungsziel, das definierbar scheint durch spezielles, nützliches Wissen, was zu viel Geld und damit Sicherheit und Freiheit führt.
Ich glaube, jeder Mensch freut sich, wenn er für andere da sein kann, für andere was tun kann. Andere zum Lachen oder Freuen bringen kann. „Ich will arbeiten, aber ich kann nicht, weil ich nicht darf, wie ich will.“ Ich glaube, ein Übel für mich ist die Art der Beziehung zu der Arbeit und den Kollegen, dass es nicht auf Freiwilligkeit beruht, sondern auf Verträgen und Gesetzen. Dass man nicht arbeitet, weil man will, sondern weil man muss.
Natürlich könnte man auch sagen, dass die Ehe oder Monogamie eine Zwangsbeziehung ist, weil man sich durch die Entscheidung für einen entscheidet. Doch dass man sich überhaupt für einen Partner entscheidet, das ist hingegen frei! Andererseits muss man sich für eine Arbeit und ihre Strukturen entscheiden, weil man abhängig ist von dem Geld!
Es ist widersprüchlich.

Warum sind Liebe und Glück, so wertvolle Gefühle, keinen Cent wert?
Beispielsweise sollen alleinerziehende Mütter, die sich um ihre Kinder sorgen, sogar noch mit Worten bestraft dafür werden, dass sie in diese Lage gekommen wären.
Überhaupt: Der und diese sind ja selber Schuld daran, wo sie jetzt sind!
Ich glaube, ich bin nicht ganz der Meinung, dass man ganz verantwortlich ist für seinen Zustand. Man ist doch schon Opfer der Erfahrungen. Und die Erfahrungen prägen die nächsten Erfahrungen. Ich glaube, daraus ziehe ich die generelle Unschuld aller Menschen und einen Teil des guten Glaubens.
Warum ist einfaches Gehorchen, ohne Gefühl und Gedanken, so viel wert? Mindestens Mindestlohn. Das Abliefern einer austauschbaren Leistung, wobei die „Human Ressource“ dahinter egal ist. Wie fühle ich mich? Mit vielen unverbunden, umgeben von wenigen Wegen, die in innerer Auslöschung enden. Milde: Zumindest starke Selbstunterdrückung und Schmerz. Umgeben von wiederholten Sätzen, wenig Originalität, dafür viel gelähmte Künstlichkeit.
Gefühle. Verrücktheit. Wahnsinn. Kunst. Eigensinn. Fantasie. Geschichten.
Alles Subjektive, was vom eigensten Menschen stammt, scheint vielleicht deswegen schwer verwertbar oder wertvoll, weil es keinen messbaren und vergleichbaren Nutzen oder wirtschaftlichen Wert hat. Auf viele wichtige Fragen gibt es immer wieder die gleichen Antworten: Das war schon immer so. Es gibt keine gute Arbeit. Es ist halt scheiße.
Wo ist der selbst denkende und fühlende Mensch dahinter? Es überwiegt Sachlichkeit, nüchternes Berichten, ein höfliches und freundliches Begegnen des anderen.
Ohne echtes Interesse oder Kennenlernen.
Ich bin häufig gelangweilt von vielen Menschen. Und genervt.
Die Technik in den Maschinen interessiert mich mehr als die einfachen und leichtfertigen Reden einiger Menschen.
Ich bin verunsichert, aber ich scheue auch das Zuviel an Sicherheit.
Ich denke, meine Gefühle, Gedanken und Bewertungen können sich wandeln.
Denn gerade die innere Starrheit und Einschränkung ist verhängnisvoll.
Die Gedanken und Gefühle wanken, auf welche Seite sie sich schlagen.


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