Sonntag, 18. Dezember 2016

Meine Weihnachtsgeschichte (2014, V2)

Die Leserin (2016, Klassenarbeit "kreatives Schreiben")

Die Leserin
mit einer Einleitung von Deutschlehrerin Frau Schmitt, Klassenarbeit zum kreativen Schreiben :D

Obwohl es bereits Mitte November war, wollte der Herbst noch nicht beginnen. Der Himmel war wolkenlos, die Sonne strahlte mit all ihrer Kraft und die Leute saßen im Freien und genossen ihren Kaffee oder etwas anderes und unterhielten sich. Es war ein Bild der Ruhe und Zufriedenheit. Auch ich saß mit einem Buch in der Hand auf einer Bank an der Neckarwiese, als sich jemand neben mich setzte, mich studierte, denn das fühlte ich, und ich sichtlich innerlich nervös wurde. Ich tat so, als bemerkte ich es nicht, wagte dann aber doch für einen kurzen Moment aufzuschauen.

Da saß ein bildhübsches Mädchen, was mich freundlich anblinzelte. Es fehlte nur der Heiligenschein und ich hätte gedacht, ein Engel hätte sich zu mir gesetzt. Blondes Haar, blaue Augen und eine possierliche Nase. Und dann dieses Lächeln auf den Lippen. Schnell wendete ich den Blick verlegen ab und starrte angespannt auf mein Buch. Ich konnte mich allerdings gar nicht mehr konzentrieren. Ich schlug das Buch zu und seufzte nachdenklich. Ich schloss kurz meine Augen, ging tief in mich und sagte leise: „Hallo, ich schreibe gerade ein Telefonbuch. Könnte ich vielleiht auch deine Nummer haben?“ Ich hatte einmal gehört, dass wenn ein Mädchen einen interessant findet, dann wäre es egal, was man als Einstieg in eine mögliche Unterhaltung sagte. Ich hörte ein leises Kichern, während ich meine Augen noch immer geschlossen hielt. „Du hast doch gar keinen Stift bei dir.“, sagte das Mädchen, mich wohl wirklich ausreifend studiert zu haben. „Ich studiere dich schon eine ganze Weile und habe beobachtet, dass du den Steppenwolf liest, ein gutes Buch übrigens, und eher aussiehst wie ein Lesender als ein Schreibender. Ja, du bist für mich ein Leser.“
„Und du bist für mich eine kleine Stalkerin.“, hätte ich da am liebsten sofort entgegnet. Nicht einmal im öffentlichen Park sollte ich ungestört lesen können. Ja, zu Hause konnte ich mich nicht konzentrieren, wenn am Schreibtisch mein Computer reizte und überhaupt der Kühlschrank aus der Küche so laut surrte. Ich riss meine Augen auf.
„Entschuldigung, aber ich versuche mich tatsächlich aufs Lesen zu konzentrieren.“, entgegnete ich dann dem Mädchen. „Außerdem teile ich mir ungern mit Fremden ein und dieselbe Bank. Wie heißt du überhaupt?“ „Ich heiße Juli und du kannst dich wohl auch nicht entscheiden, was du willst, was?“, sagte das Mädchen keck. „Willst du mich jetzt kennenlernen oder willst du in Ruhe lesen und ich gehe?“
„Zuerst einmal heiße ich Richard und zuallererst wollte ich tatsächlich dieses Buch lesen, bis du mich mit deiner verdammten Schönheit begannst abzulenken. Ich kann mich ja eigentlich nicht beschweren, schön bist du ja.“
„Aha.“, sagte Juli nüchtern und verschränkte teilweise die Arme. „Na gut.“, sagte ich, „ich gebe zu: Kennenlernen, bitte gehe nicht.“
„Na also! Es geht doch.“, antwortete Juli. „Und wollen wir uns vielleicht zusammen auf die Neckarwiese legen? Zwischen die Blumen, diese Bank ist so hart und unbequem.“, fügte sie hinzu. „Oh ja. Prima! Das ist eine gute Idee. Ich bin ohnehin ziemlich verspannt.“, stöhnte ich.
Wir legten uns also auf die Neckarwiese und schauten beide gen blauen Himmel. An und zu sichteten wir sogar Schmetterlinge.
„Was führt dich bei diesem schönen Wetter in den Park?“, fragte ich Juli, die Stille zwanghaft brechen wollend. Als wäre es etwas Besonderes, bei schönem Wetter im Park zu sein. Na ja.
„Ach Richard, ich halte mich allgemein gerne in der Natur auf, ob im Sommer oder im Winter, bei Hochgraden und bei Kälte. Am Wochenende trifft man mich oft im Park, hier an der Neckarwiese. Aber im Sommer bin ich doch lieber hier, wenn ich mir die Sonne auf die Nase scheinen lassen kann.“

Wir sahen uns an. Ich bot Juli etwas von meinem Wasser an und wir sonnten uns weiter in der letzten Herbstsonne. Hoffentlich würden wir uns wiedersehen, dachte ich, denn langsam mussten wir uns voneinander verabschieden. Wir umarmten uns noch und mit dem Rucksack auf dem Rücken ging ich in Gedanken verträumt nach Hause. Zu Hause angekommen tastete ich im Rucksack nach meinem Buch, um es auf den Nachttisch zu legen. Da war es. Ich nahm das Buch heraus und dann sah ich es erst: ein Telefonbuch!

Ich war sichtlich verwundert. Ein Lesezeichen war bei dem Buchstaben S zwischengelegt. Da wurde mir einiges klar, und ich wusste auch, wen ich anrufen musste, um mir das Buch wieder zurück zu leihen. Oder zu tauschen.

Donnerstag, 24. November 2016

Die moderne Gesellschaft à la carte (2010)

Kann Spuren von Unlogik und Unsinn enthalten!

Heute 13:00 Uhr – Die moderne Gesellschaft à la carte mit einer Würze Philosophie

„Du bist die Zukunft.“ Dies ist einer der bekannten Sprüche, den man von Eltern und Großeltern oft hinterher gesagt bekommt. Aber ist das eigentlich wirklich so?
Zukunft bedeutet für mich Fortschritt bzw. Weiterentwicklung.
Wir schreiben nun das Jahr 2010. Ein neues Zeitalter hat schon längst begonnen: Das 21. Jahrhundert. Hierbei hat unsere heutige Gesellschaft und ihr Denken sowie Handeln ihren Ursprung in der Vergangenheit. Man sollte meinen, die Menschen hätten aus den Fehlern in der Vergangenheit gelernt und alles wäre von Zeit zu Zeit für die Allgemeinheit besser geworden. Der Absolutismus entwickelte sich weiter zur Demokratie und die Ideen der Aufklärung entwickelten sich zu den Ideen des Sturm und Drang. Man könnte also annehmen, man lebe in einer aufgeklärten, sozialen und gleichberechtigten Gesellschaft. Doch ist das wirklich so? Nein.
Es ist bekannt, dass es trotz der voranschreitenden Globalisierung immer noch Regionen auf der Welt gibt, wo Sklaverei betrieben wird und Sozialität sowie Gleichberechtigung nichts weiter als Fremdwörter sind. Die in diesen Regionen verankerten Kulturen setzen allerdings ähnlich anderer Gesellschaften sowohl Gesetze als auch Normen fest und definieren ihre eigene individuelle „Normalität“.
Normalität. Wer definiert schon Normalität? Kann man eine objektive Definition eigentlich rechtfertigen? Nein.
Ob eine Sache normal bzw. unnormal/abnormal wahrgenommen wird ist nämlich in den allermeisten Fällen eine subjektive Feststellung. Auch in Deutschland sollte der Begriff „normal“ nicht definitiv definierbar sein.
Es ist zwar logisch, dass jeder Bürger aufgrund von Interessen, Hobbys oder gleicher Kleidung eine andere Gruppe von Leuten um sich herum gewohnt ist und dadurch auf objektiver Ebene die gewohnte Normalität begründen kann, aber wie würde eine Gruppe bestehend aus 16-Jährigen Jungs auf einen aus Gruppenzwang in die Gruppe geratenen Jungen reagieren, der eigentlich gar kein Fußball mag, sondern viel lieber eine gute Ballettschule besucht?
Es mag nahe liegen, dass dieser Mensch dank seines Verstandes (Aufklärung) vernünftig seine spezielle Vorliebe begründen kann, aber trotzdem vom Rest der Gruppe als unnormal, abnormal bezeichnet werden würde.
Der Grund für die nicht vorhandenen Argumente für die o.g. These: „Du bist ja abnormal!“ könnte der in der Gruppe weitverbreitete nicht vorhandene Verstand sein, was nahe liegen würde, da eine gesamte Gruppe zumeist aus 1-2 vernünftigen Personen(Vormünder) besteht, denen sich 1-n(n = relativ hohe Zahl) Unmündige anhängen.
Der vielleicht nicht vorhandene Mut könnte die Gruppenmitglieder ebenso davon abhalten in Gegenwart der autoritären Gruppenführer ihre eigentliche vernünftige Meinung zu vertreten.
Nahe liegt auch, dass die mit mehr Vernunft ausgestatteten Vormünder(Gruppenanführer) der Gruppe nicht den Gruppenzusammenhalt riskieren wollen.
Vielleicht fehlt es den Gruppenmitgliedern auch  an den Grundgedanken der Epoche „Sturm und Drang“:
Selbstbestimmung & Selbstverwirklichung & Individualität (Autonomie), Emotionen.
Vielleicht reicht Vernunft allein nicht aus, um individuelles Denken bzw. Handeln des Einzelnen zu verstehen.
Hmm… Letzteres sollte eigentlich am wahrscheinlichsten zutreffen.
Ein „aufklärerischer“ Mensch kann einen „stürmischen & drängerischen“ Menschen nicht ohne weiteres verstehen. Umgekehrt hingegen funktioniert es.

Fallbeispiel:
a)      Reaktion von „aufklärerischem“ Menschen auf „stürmischen & drängerischen“ Menschen
Ein „stürmischer und drängerischer“ Mensch befragt im Dorf in seinem individuell ausgelösten Interesse Anhänger des Judentums, wie jene die Judenverfolgung im 2. Weltkrieg erlebt haben. Die Begründung hierfür kann Besorgnis sein oder auch Trost bzw. Aufmunterung.
Fängt nun dieser Mensch auch noch an statt Briefmarken oder Sammelkarten Tetra-Packs zu sammeln, um daraus später ein kleines Haus bauen zu können, was vernünftig und logisch gedacht sogar wirtschaftlicher ist, Stichwort Recycling, spätestens dann hält ihn ein „aufgeklärter“ Mensch für nicht mehr normal, die moderne Psychiatrie und Psychologie zu geschätzt 60 Prozent sogar für psychisch krank.
è Auseinandersetzung
Natürlich wäre das Sammeln von Sammelkarten mehr im Interesse in Sachen Sozialkontakte bzw. Freunde, aber wäre auch in der Hinsicht egoistisch, insofern dass dieser Mensch hauptsächlich seinen eigenen Spaß, seine eigene Freude damit abdeckt.
Hingegen zeugt der Bau eines Hauses mithilfe von Tetra-Pack Kartons mehr von Emotionen wie Hilfsbereitschaft, Fürsorge und Liebe, da dieser Mensch dieses Haus nicht für sich selbst baut, sondern allein für jemand anders. Zu verstehen, dass dieser Mensch Spaß daran hat, anderen zu helfen, ob so eine Idee im Sinne der Aufklärung ist weiß ich nicht zu wissen.
b)     Reaktion von „stürmischem & drängerischen“ Menschen auf „aufklärerischen“ Menschen
Ein „aufklärerischer“ Mensch steht jeden Morgen um exakt 6 Uhr auf. Er geht jeden Abend um 22 Uhr ins Bett. Er liest jeden Tag aufmerksam die Zeitung. Und während des Tages malt er von 15 Uhr – 18 Uhr Stilleben. Neulich malte er seinen Schreibtisch: Eine braune Schreibtischplatte, vermutlich aus Holz, belegt mit allerlei Pastellfarben, einer Farbpalette, worin die Farben schon durcheinander gemischt waren und keine Grundfarbe mehr zur Verfügung war und einem noch leeren weißen Blatt Papier
Begegnet nun ein „stürmischer & drängerischer“ Mensch diesem Maler, so wird er den Maler wahrscheinlich nicht als unnormal sehen, sondern allenfalls als einfallslos und langweilig.
è Keine Auseinandersetzung

Wenn man sich also die in Deutschland lebende Gesellschaft, konkreter derer grundlegende Denkweise beobachtet, fällt auf, dass die komplette deutsche Gesellschaft sich in mindestens zwei klar voneinander trennbare Gesellschaft-ch-en aufteilt.

Warum es wahrscheinlich mehr aufgeklärt denkende Menschen in der Gesellschaft geben sollte, das ist eine andere Geschichte, auf die ich nun erst mal verzichte.


PEACE