Sonntag, 26. März 2017

In der Enttäuschung liegt das Glück (2017)

In der Enttäuschung liegt das Glück
(2017)

In der Enttäuschung liegt das Glück.
Bis ich diese Wahrheit erkannte,
dass Enttäuschung nicht immer Unglück verlangte,
selbst wenn der Partner einen betrügt²,
machte ich mich vor Kummer und Schmerz verrückt.

Ich hatte der Illusion vertraut,
dem demokratischen Prinzip,
nach dem die Mehrheit immer siegt,
dass die Masse immer richtig liegt.
Bin ich anders, bin ich verrückt.

Ich glaubte immer die Fehler an mir selber suchen zu müssen,
denn wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen,
und mit dem Finger auf andere zeigen, ja das wäre doch beschissen.

Ich wurde von falschen Menschen geblendet,
die ihr Ego feiern bis zum Lebensende.
Auch ihren falschen Werten war ich verfallen, 
bloß nicht auffallen, und gut darin sein, allen zu gefallen.
Ich hatte Verhalten des Mainstreams ausprobiert,
die eine oder andere Disco frequentiert,
Meinungen von Autoritäten, Doktoren und Anwälten, blind angenommen,
Konventionen, Gedankenmuster, niemals angegangen,
denn was alle immer sagen und immer schon war,
das ist ja schließlich auch wahr.

Ich mag irre sein, aber Irren ist menschlich.
Und Irren ist wichtig, denn aus Fehlern lernt man.
Der größte Fehler aber ist, nicht an sich selbst zu glauben.
Vertrau dir selbst! (Das sagen auch alle immer. Also stimmt es.)
Und dich kann nichts enttäuschen, wenn du aufrichtig und echt du bist.
Deine Umwelt zu enttäuschen, 
das heißt den Schein dieser verblassen zu lassen,
hinter die Fassaden zu blicken,
und ihr wahres Wesen zu erkennen,
das zu erkennen, was wirklich ist,
zu deiner eigenen Wahrheit zu gelangen,
das ist das Glück in der Enttäuschung.


// ²Der Betrügende ist der enttäuschte, nicht der Betrogene.
Denn durch den Akt des Betruges, des Treuebruches z.B., zeigt sich, dass die Ehrlichkeit nur Täuschung/Fassade/Schein/Unwirklichkeit war.
Nach der Enttäuschung des Betrügenden, sprich nach dem Entfallen der Täuschung, wird dieser als solcher erkannt.

// Die Mehrheit ist vielleicht mächtig, aber nicht unbedingt richtig.

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Mittwoch, 8. Februar 2017

Obergesichtsverzieher Dr. Köhler

Obergesichtsverzieher

Siegessicher sitzt Herr Dr. Köhler an seinem Gericht,
er kann es schaffen, dies ist nicht der erste Prozess dieser Art,
aber fällt ihm dieser Fall etwas schwer,
denn er hat beim Asiaten Spaghetti Bolognese mit Stäbchen zu essen gewählt.
Er verurteilt die Spaghetti zu Tode und sticht wild auf diese ein,
denn er hat wirklich großen Hunger.
Die Bolognese spritzt ihm ins Gesicht,
bemerkt auch Flecken auf der Fliege,
die Fliege fällt ihm ins Gericht,
sofort verzieht er sein Gesicht.
Herr. Dr. Köhler ist Gesichtsverzieher.

Obergesichtsverzieher.

Samstag, 21. Januar 2017

Bipolar (2017)

Bipolar

I.
Nur ich zähle auf meinem Höhenflug,
meine Ideen, tausende Einfälle, die tosend meinen Kopf befallen.
Und ich fühle mich phantastisch wie ich bin,
ich überfliege Wiesen mit Muh-Kuhs und Idis mit Low-IQs,
riesengroß ist in mir der Sinn.
Wahrscheinlich scheint mit der Wahn inne zu sein,
nur ich erkenne,
was wahr ist und was nicht.
Ich brenne für meine Geistesblitze,
die Ideenflut verspritzt Leidenschaft, Liebe und Lust,
Als lustig erlebe ich mich, als gewitzt, reiße alle mit,
in den Bann des Wahnsinns.
Nichts ist mir zu schwer,
unaufhaltsam, mühelos,
fliege ich daher.
Ich denke nicht, ich bin genial,
bin ich doch nur euphorisiert,
ich bin sozial,
habe das Glück der anderen favorisiert.
Motiviert und optimistisch ziehe ich Menschen ins manische Feld,
wie der Pluspol eines Magneten.

II.
Langsam beginne ich plötzlich,
an Höhe und Luft zu verlieren,
Probleme und Sorgen mich beschweren,
mein Leben wird langsam, entsetzlich.
Mein Leben, es war ein Höhenflug,
ist jetzt ein Leiden und mehr ein Rückzug,
rauscht durch den grauen Tunnel ohne Ende, ohne Ende.
War mein Leben noch Gewinn,
ist es jetzt begrenzt von vier Wänden,
ohne Perspektive und ohne Sinn.
Nur ich liege in meinem Bett,
Worte für meinen Zustand suchend,
stumpfsinnig und ideenleer,
dumm wie eine Cow,
mit einer Gefühlspalette von grau bis grau.
Ich fühle mich abstoßend, kann mich selbst nicht mehr leiden,
schwach und ohne Gefühl,
so kann ich mich niemandem zeigen.
Negative Gefühle, Ärger und Frust,
und die Abstinenz von Lust,
dominieren das Blut in meiner Brust.
Das Fehlen meiner Gefühle,
wie Lust und Freude,
erst recht Glück,
macht mich gedanklich ganz verrückt.
Warum bin ich plötzlich gefallen,
und so tief gestürzt,
vor Langeweile fliehe ich ins Bett,
und warte auf das Ende,
dass es so nicht weitergeht.