Freitag, 3. Juni 2016

Die geile Schnecke

Die geile Schnecke

Eine dicke Schnecke kroch daher,
in ihr Haus passt sie schon lang nicht mehr.
Überfressen hat sie sich sicherlich,
der ungebetene Gast im Beet,
an Salat, Gurken und was noch so reingeht.
Dick von Salat und Gurken?  Sicherlich!
Das wär allerdings gelogen,
Tagtäglich.  Heimlich!
Hat sie sich zum Nachtisch Pizza reingezogen.
Dass sie nun nicht mehr ins Haus passt,
das ist zwar grässlich,
doch findet sie sich selber auch noch hässlich.
Aber es war nicht immer so!
Sie war mal hot,  sexy und heiß,
ja das sexiest Tier alive,
die schönste im ganzen Tierreich!
Ganz vorne auf dem Titelblatt!
Doch das war einmal.
Jetzt ist sie fett!
Würde sich von der Rose stürzen,
wenn sie nur den Mut dazu hätt.
Wenn bloß die eine nicht gewesen wäre,
diese eine Nacktschnecke ihn nicht verarscht hätte.
Dann wär er jetzt nicht so leer,
ohne sie macht alles keinen Sinn mehr.
Es ist zum Heulen.
Da rät der Igel unsrer Schnecke:
"Geh zur Eule um die Ecke.
Die ist Ernährungsberaterin.
Die kriegt dich wieder hin.
Dann macht dein Leben wieder Sinn."
"Schnecke",  spricht die Eule ehrfürchtig.
"Treibe Sport,  gehe laufen.
Lenk dich ab von der letzten Beziehung,
finde im Sport wieder Erfüllung.
Runde für Runde verlierst du deine Pfunde.
Sportschuhe kannst du beim Käfer kaufen.
Außerdem keine Pizza mehr,
die wiegt zu schwer. "
Die Schnecke tat,  wie ihr geraten.
Seitdem kann sie jeden Tag wieder mit Vollgas durchstarten.


Lampenfieber

Lampenfieber

Ich möchte mich Ihnen vorstellen.
Ich bin Zauberer,  Magier,  Illusionist.
Der Typ,  der Leute zersägen lässt.
Der Typ,  der Gedanken liest.
Der Typ,  der Knoten löst.
Dein Typ,  auf den jede Frau steht,
wenn er im Anzug auf die Bühne geht.

Wenn es nur nicht dieses eine Problem da gäbe,
dass wenn ich auf der Bühne stehe,
und Frauen sind in meiner Nähe,
mich Lampenfieber durchziehe,
und ich von der Bühne fliehe.

Wie peinlich ist das bitte,
wenn der große Zauberer,
der deutsche David Copperfield,
ganz plötzlich von der Bühne flieht?

Also sprach ich großer Star,
mit meiner Mutter.
"Ach Alfred,  mein kleiner Bub.
Du musst dir das Publikum nackt vorstellen,
denn rundum nackt,  hast du deine Angst im Sack!"

Nackt sehen soll ich das Publikum,
und auch die geilen Frauen,
worunter meine Mutter nie weilt,
die ist für sowas zu alt.

Samstagabend,  meine Show beginnt,
hinterm Vorhang,  mein Schweiß rinnt.
Lampenfieber, so denke ich,
diesmal,  besieg ich dich.
Als der Vorhang zur Seite schnellt,
hab ich mich stammelnd vorgestellt.

Ich bin Magier, Zauberer,  Illusionist und -
Ihr seid jetzt nackt -  Punkt.
Ich öffne wieder meine Äuglein,
in der ersten Reihe direkt 3 nackte Fräulein.
Unfassbar,  denke ich,  wie geil!
Das denkt sich auch mein Schwanz:

"Alfred,  nie gedacht, dass du wirklich zaubern kannst! "

Sonntag, 17. April 2016

Von Eseln und Eseln

Von Eseln und Eseln                                                              4. März 2015, in Ilmenau

Richard Niedler

Das









ist ein Esel.

Und das 













Wir bewegen uns in einer Zeit, die vielen Veränderungen ausgeliefert ist:

Technischen Neuerungen, die einerseits das Leben einfacher und einseitig besser machen, aber auf der anderen Seite weniger verständlich  und begreifbar werden.
Ergreifenden Mediensensationen, die uns mit Produktneuheiten Bedürfnisse einbläuen, sich unbewusst von immer mehr Besitz abhängig zu machen.

Abnormen Erwartungen, die sich uns angesichts funktionsfixierten Arbeitsmarkts und durch mediale Einflüsse auf allen Kanälen zu Depressionen stressen.
Und zu guter Letzt Verminderungen natürlicher Ressourcen und Steigerungen des Drucks, effektiv nachhaltiger auf der Erde zu gastieren.

Es gibt viele Meinungen zum Fahrradfahren.
Hier kommt meine.



Der Esel, weder das Tier noch der Autofahrer, sondern der mancherorts antiquitäre Drahtesel, kann ein Weg in die richtige Richtung sein.
Fahrradfahren spart die Geldausgaben ein für:
PKW-Führerschein, Kfz-Anschaffung, Kfz-Versicherung, Kfz-Steuer, Kfz-Reparatur, Kfz-AU & Kfz-HU Fahrradfahren spart den Stress, der beim Autofahren durch Lärm, Hektik & Hetze und andere unfähige Autofahrer unbewusst, weil gewöhnt, ausgelöst wird.
Fahrradfahren baut sogar Stress durch körperliche Aktivität natürlich ab. Die Flucht in Bewegung ist, Vesters Phänomen Stress lehrt, eine uralte instinktive Stressreaktion, die heute immer mehr unterdrückt wird.
Und wenige wissen, wie wichtig, die Fitness Umschau lehrt, gesunde Beinmuskulatur überhaupt für den ganzen aufsitzenden Körper ist!
Fahrradfahren erspart auch einige Unabhängigkeiten und bringt Freiheit zurück.

Das Fahrrad lässt sich in der makro-mechanischen Funktionsweise noch bei Defekten  durchschauen. Es besteht bei all der Einfachheit kaum Defektpotenzial. Dies befördert das Fahrrad zu einem verlässlichen Verkehrsmittel.
Bei all den Abwendungen von Natur zu Technisierung, Optimierung, Verunnaturierung, bildet das Fahrradfahren auch noch einen direkten offenen Bezug zur Welt, zur Natur! Natürlich ist es weniger "anonym" und abgekapselt, abgeschlossen.
Die Physik noch einmal ins Auge gefasst, und auch die Leistungsgesellschaftsmentalität, macht Fahrradfahren genau das erfahrbar, was Arbeit im eigentlichen Sinn ist.
Arbeit ist dabei, ganz und gar nicht entfremdet, die geleistete Muskelarbeit, um das Körpergewicht X entlang der zurück gelegten Strecke von A nach B zu bewegen.
Je mehr Kraft in die Pedale gestemmt wird, umso schneller gelangt der Radler ans Ziel und umso mehr hat er geleistet.
Das schadet seinem Selbstbewusstsein anhand des sichtbaren Erfolgs ganz im Gegenteil.

Fahrradfahren emittiert gar keine Schadstoffe, wobei selbst die Nachhaltigkeit aufkommender Elektroautos mit ihrem Stromverbrauch sich erst mit dem Wachstum effektiverer erneuerbarer Energien einstellt.
Und der Bio-Kraftstoff, vielleicht musste dafür der eine oder andere Esel schon verhungern.
Aber mit dem Drahtesel sei man so unglaublich langsam. Das koste so viel Zeit. Und Zeit ist Geld. In dem Fall könnte man seine wirklichen Bedürfnisse neu überdenken, das "Zeitdiktat" entlockern und dann bewusst mit dem Fahrradfahren ein Zeichen setzen für den in Mode gekommenen und wichtigen Begriff der"Entschleunigung" setzen.
Gegen die Zeitverknappung, den Turbo-Abi-Wahn, die Verflachung und Quantität von Information auf Kosten der Tiefe und Qualität. Vielleicht gegen manchen "technischen Fortschritt", wenn dieser durch mehr Arbeit in kürzerer Zeit Arbeitskräfte, sogenannte Human Resources, in die Freiheit entlässt.
Fahrradfahren aber kann aus so einigen Perspektiven als "sozialer Fortschritt" durchaus willkommen geheißen werden, wenn es die Menschen von sich weniger isoliert und die Erde, in der wir und nachfolgende Generationen noch zu leben gedenken wollen, schützt.
Nicht zu vergessen: Bedrohte Tierarten!

In diesem Sinn:
Sei kein Esel!
Fahr den Esel!

Jeder hat ein Rad.
Fahr es . el





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EDIT 22.02.2018

Ob der Radweg dann auch am Ende genutzt werden würde?